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Diskussionen im In- und Ausland
Ein Blick in die österreichischen Zeitungen zeigt eine weite Bandbreite an unterschiedlichen Meinungen zum Thema Kirchenfinanzierung: Da wird z.B. die Änderung des Konkordats verlangt, die Einführung einer Kultursteuer vorgeschlagen oder den Kirchen empfohlen, zum System „bis 1938“ zurückzukehren. Ein weiterer Blick über unsere Landesgrenzen beweist, daß auch in anderen Ländern über Fragen der Kirchenfinanzierung diskutiert wird: Z.B. in Deutschland über die Abschaffung der Kirchensteuer, in der Schweiz über eine Volksinitiative, welche die drei öffentlichrechtlichen Kirchen auf die Ebene eines Privatvereins zurückstufen will, in Frankreich über Zuschüsse des Staates an kirchliche Privatschulen usw.
Kirchenfinanzierung - für viele ein Rätsel
Obwohl das Thema der Kirchenfinanzierung so oft im Mittelpunkt der Diskussion steht, zeigen doch Umfragen, daß in der Öffentlichkeit nur wenig Wissen zu diesen Fragen vorhanden ist. Ein Beispiel: In Italien ist im Zuge der Neueinführung der Kultursteuer in den Medien regelmäßig über das Thema Kirchenfinanzierung berichtet worden. Die italienische Bischofskonferenz hat darüber hinaus erhebliche Mittel für Werbung und Informationskampagnen eingesetzt (z.B. in den Jahren 1991/92 rd. 12,3 Millionen Euro). Trotzdem hat eine Umfrage Ende 1993 ergeben, daß die Finanzierung der Kirche für viele Italiener ein Rätsel ist. 62 % der katholischen Kirchgänger wissen nicht Bescheid - und mehr als 23 % der Priester ebenfalls nicht. Für Österreich würde eine Umfrage vermutlich ganz ähnliche Ergebnisse ausweisen.
(red)
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