Dienstag 27. Juni 2017
Fragen & Antworten

 

Hier finden Sie eine Zusammenstellung häufig gestellter Fragen bzw. oft geäußerter Kritik zum Thema Kirchenbeitrag. Sollten Sie darüber hinaus noch Fragen haben, wenden Sie sich am besten an Ihre Kirchenbeitrags-Servicestelle. Auch über das Kontaktformular können Sie Ihre Fragen stellen.

 

Was hat der Glaube mit Geld zu tun?

Ein Christ, der sich über die Kirche ärgerte, weil sie um Spenden bittet und Kirchenbeitrag verlangt, meinte: "Der Gott, an den ich glaube, braucht kein Geld!"

Ein Seelsorger antwortete ihm: "Der Gott, an den ich glaube, braucht schon Geld – allerdings nicht für sich selbst! Wenn Gott z. B. will, dass wir unseren Brüdern und Schwestern in Afrika helfen, Brunnen zu graben und Leprakranke zu heilen, dann kostet das Geld. Und wenn er will, dass es in unserem Land eine gute Seelsorge gibt, weil dadurch unzählige Menschen Hoffnung und Lebensmut bekommen, dann kostet das Geld. Wenn ein Christ sagt ‚Ich glaube an Gott‘, dann muss er auch bereit sein, sich für seine Schwestern und Brüder geistig und materiell einzusetzen.

Jesus Christus will, dass wir teilen lernen. Kirchenbeitrag, freiwillige Spenden und ehrenamtliche Mitarbeit sind Ausdruck der Gottes- und Nächstenliebe und Zeichen dafür, dass uns Christen unser Glaube etwas wert ist."

Ich brauche zum Glauben keine Kirche!

So rechtfertigen manche einen Kirchenaustritt. Aber lassen sich christlicher Glaube und Kirche wirklich trennen? Kirche ist nicht nur die Institution, sondern die Gemeinschaft aller Getauften. Ohne Kirche gäbe es keine Glaubensverkündigung, keine Sakramente, keine christlichen Feiertage und Feste, keine Seelsorge, keinen Religionsunterricht und kein kirchliches Begräbnis. All das ist gläubigen Menschen aber wichtig. Unter anderem werden in den katholischen Kirchen Österreichs jährlich rund 50.000 Taufen, 60.000 Firmungen und 12.000 Trauungen gefeiert.


Glaube und Kirche gehören zusammen

 

Gemeinschaft stärkt den Glauben und das soziale Engagement. Jesus Christus sagt: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen" (Mt 18,20). Der Glaube an Jesus Christus war nie Privatsache, sondern von Anfang an Gemeinschaftssache. Wo die Gemeinschaft der Kirche geschwächt wird, verdunstet der Glaube und sehr oft auch die Bereitschaft zur Nächstenliebe. Menschen, die sich der Kirche verbunden fühlen, sind oft karitativ engagiert. Das belegt eindrucksvoll die große Zahl Ehrenamtlicher in kirchlichen Bereichen.

Ich lehne die Kirche als Institution ab. Dafür will ich nichts zahlen.
Wenn jemand sagt: "Ich liebe den Wein, aber ich lehne Fässer, Krüge, Gläser... ab", dann werden wir ihm entgegnen: "Wenn du Wein lagern und trinken willst, dann wirst du auch ein Gefäß brauchen." So ähnlich ist das auch mit dem Glauben und der Kirche als Institution. Sie ist das Gefäß für die Glaubensbotschaft. Dieses Gefäß ist oft ein wenig zerbeult, nicht immer gefällig, aber es ist unverzichtbar, damit die Glaubensbotschaft nicht versickert. Wie jede größere Gemeinschaft sind auch in der Kirche verlässliche und stabile Strukturen notwendig. Die Seelsorge und das vielfältige soziale Engagement brauchen im Rücken funktionstüchtige Institutionen und Organisationen der Kirche.
In der Bibel steht aber nichts vom Kirchenbeitrag...
Der Ausdruck Kirchenbeitrag stammt zwar aus dem 20. Jahrhundert, aber schon im Alten Testament werden von den Gläubigen Abgaben für den Tempel und die Priester verlangt, um eine würdige Feier des Gottesdienstes zu ermöglichen. Jesus selbst hat die Tempelsteuer bezahlt (Mt 17,24-27). Auch die Urzelle der späteren Kirche, die Gemeinschaft der Jünger Jesu, hatte eine gemeinsame Kasse (Joh 13,29). Und der
Apostel Paulus erinnert die Christengemeinde von Korinth an die Pflicht, für den Lebensunterhalt der Glaubensverkünder aufzukommen, obwohl er persönlich diese Hilfe der Gemeinde nicht in Anspruch nimmt (1 Kor 9,4-14). Von Anfang an mussten die Christen also in irgendeiner Weise einen materiellen Beitrag für ihre Glaubensgemeinschaft leisten. Unser Kirchenbeitrag ist eine zeitgemäße Form dieser Verpflichtung, abgestimmt auf die wirtschaftliche und soziale Situation jedes Einzelnen.

Ich bin der katholischen Kirche nie beigetreten. Ich habe nie etwas unterschrieben oder eingezahlt. Muss ich trotzdem Kirchenbeitrag zahlen?

Wer katholisch getauft ist, ist rechtsgültig Mitglied der katholischen Kirche. Bis zum 14. Lebensjahr dürfen die Eltern oder Erziehungsberechtigten die Kirchenzugehörigkeit ihrer Kinder bestimmen. Ab diesem Zeitpunkt sind die Jugendlichen in Österreich religionsmündig, d.h. sie dürfen nicht gezwungen werden, gegen ihren Willen in der Kirche zu bleiben. Wer aber nicht ausdrücklich vor der Behörde seinen Kirchenaustritt erklärt, bleibt weiterhin Kirchenmitglied. Es bedarf dazu keiner eigenen Bestätigung. Es ist also ein falsches Gerücht, dass jemand, der selbst nichts unterschreibt und nie etwas einzahlt, später auch keinen Kirchenbeitrag zahlen muss.
Was habe ich davon, wenn ich Kirchenbeitrag zahle?

Die katholische Kirche in unserem Land gestaltet unser Leben mit: Durch Feste und Feiertage, Kultur und Bildung, Soziales und Gemeinschaft. Wer will, dass Österreich
trotz Offenheit und Toleranz anderen Religionen und Kulturen gegenüber weiterhin vom Christentum geprägt bleibt, wird das Wirken der Kirche unterstützen. Auch finanziell! Und dies tut er am effektivsten, indem er verlässlich seinen Kirchenbeitrag zahlt.

 

Dann werden auch in Zukunft

  • Menschen in schönen und traurigen Stunden ihres Lebens Begleitung, Hilfe und Segen durch die Kirche erfahren;
  • Sonntage und christliche Feiertage als Zeiten der Gemeinschaft, der Familie und des gemeinsamen Feierns von kirchlicher Seite geschützt werden;
  • gut ausgebildete Priester, Seelsorger und Seelsorgerinnen Lebenssinn und Lebensfreude vermitteln und Menschen auf ihrer Suche nach Mehr begleiten;
  • Menschen aller Schichten und Altersgruppen in Pfarren und anderen kirchlichen Orten Gemeinschaft erleben können;
  • viele Notleidende in kirchlichen Einrichtungen unbürokratisch, kompetent und diskret Hilfe erhalten;
  • christliche Kirchen das Bild unserer Städte und Dörfer prägen und alle zur Ruhe und Besinnung einladen.
Der Kirchenbeitrag ist viel zu hoch!

Von niemandem wird beim Kirchenbeitrag Unzumutbares verlangt. Um möglichst große Gerechtigkeit zu erreichen, gelten als wesentliche Kriterien für die Höhe des Kirchenbeitrags die individuelle Situation und die finanzielle Leistungskraft des Einzelnen. Aus finanziellen Gründen muss also niemand aus der Kirche austreten.

 

Wichtig ist:

 

Um die richtige Höhe des Kirchenbeitrags zu ermitteln, sind die Kirchenbeitragsstellen auf die Mithilfe der Beitragszahlenden angewiesen. Denn nur wenn sie über Einkommen, individuelle Lebenssituation und außergewöhnliche Ausgaben informiert sind, können sie den angemessenen Betrag ermitteln. Andernfalls kommt es zu einseitigen Schätzungen, durch die der Kirchenbeitrag zu hoch (oder auch zu niedrig) ausfallen kann. Ein Besuch in bzw. ein Telefonat mit der nächstgelegenen Kirchenbeitragsstelle schafft Abhilfe und zu hoch angesetzte Beträge können korrigiert werden.

Warum wird der Beitrag jährlich erhöht?

Seit 1995 beträgt der Kirchenbeitragstarif 1,1% vom Einkommen. Er verringert sich um einen allgemeinen Absetzbetrag, der regelmäßig an die Geldentwertung angepasst und erhöht wird. Der Kirchenbeitrag kann gegenüber dem Vorjahr höher ausfallen, wenn

  • das Einkommen des Beitragszahlenden gestiegen ist;
  • Ermäßigungsgründe (z. B. Alleinverdiener-, Kinderermäßigungen usw.) wegfallen;
  • keine außergewöhnlichen finanziellen Ausgaben mehr vorliegen.

Die Kirche ist reich genug! Ist der Kirchenbeitrag wirklich notwendig?

Die Kirche ist reich an Kulturgütern. Daraus kann sie jedoch keinen wirtschaftlichen Profit erzielen – im Gegenteil: Erhaltung und Pflege kosten Geld. Mit den Erträgen aus Kapital, Pacht, Vermietung, Holzverkauf usw. können die einzelnen Diözesen im Durchschnitt 14% ihrer Grundkosten decken, mit der "staatlichen Wiedergutmachung" (das sind die jährlichen Schadenersatz-Zahlungen für in der NS-Zeit eingezogenes Kirchengut) im Durchschnitt weitere 8%.

 

Download: Erlöse der österreichischen Diözesen

 

Fast 80% der Grundkosten muss also der Kirchenbeitrag decken. Daher ist diese Einnahmequelle besonders wichtig und die tragende Säule der Kirchenfinanzierung.
Neben dieser unverzichtbaren Einnahmequelle zur Deckung der Grundkosten braucht die katholische Kirche Österreich aber auch freiwillige Spenden und die Unterstützung des Staates. Und nicht zu vergessen: das Engagement vieler Ehrenamtlicher, die im kirchlichen Bereich mit ihrem Einsatz unbezahlbare Dienste für die Gesellschaft leisten.

 

Download: Aufwand der österreichischen Diözesen

 

Den größten Teil der Ausgaben machen die Gehälter der mehr als 7.000 kirchlichen Angestellten aus. Niemand wird bezweifeln, dass jeder arbeitende Mensch gerecht entlohnt werden muss. An zweiter Stelle liegt der Sachaufwand, d. h. die Bereitstellung der nötigen Infrastruktur, damit die Arbeit gut gemacht werden kann. Aber auch die Unterstützung verschiedener Einrichtungen wie z. B. Welthaus, Beratungsstellen, Kultureinrichtungen, Bildung und Weiterbildung u.v.m. fallen in diesen Bereich. Der Rest fließt in die Erhaltung und Pflege kirchlicher Bauwerke und Kulturgüter.

Und die reichen Klöster?
Manche Ordensgemeinschaften haben zwar große Besitzungen, aber sie können keinen Kirchenbeitrag einheben. Sie sind von den Diözesen wirtschaftlich unabhängig und auf eigene Einkünfte angewiesen. Dabei leisten sie Großartiges für Österreich: Sie erhalten
Spitäler, Schulen, Altersheime, Bildungshäuser, pflegen unheilbar Kranke, bewahren kostbare Kulturgüter – und reden wenig davon.
Ohne Kirchenbeitrag gäbe es weniger Austritte!

Es stimmt sicher, dass wir ohne Pflichtbeitrag weniger formelle Austritte hätten. Aber auch in Ländern ohne Kirchenbeitrag verlassen Menschen die Kirche, allerdings nicht durch einen offiziellen Austritt, sondern durch lautloses Weggehen. Der Zahlschein für den Kirchenbeitrag regt wenigstens einmal im Jahr zum Nachdenken an: Wie halte ich es mit dem Glauben, mit der Kirche? Ist mir das, was die Kirche für unser Land leistet, diese Summe wert? Was würde aus unserer Gesellschaft, wenn das Christentum in ihr nicht mehr präsent wäre?

Der Kirchenbeitrag sollte freiwillig sein!
Der Vorschlag klingt gut, ist aber in unserem Land derzeit nicht realisierbar. Freiwillig bedeutet auch für viele unwichtig, auf mich kommt's eh nicht an. Man muss davon ausgehen, dass die große Mehrheit der Österreicher ohne "Pflicht-Anstoß" deutlich weniger bis gar keinen Kirchenbeitrag leisten würde. Das heutige Netz der Seelsorge, von Priestern und hauptamtlichen Laien getragen, ist nur durch einen Pflichtkirchenbeitrag finanzierbar. Auch das soziale Netz würde ohne diese Geldquelle löchriger und viele Arbeitsplätze im kirchlichen Umfeld gingen verloren. Ein geringeres Budget für die Erhaltung der Kirchen und Baudenkmäler würde zudem regionale Arbeitsplätze in handwerklichen Klein- und Mittelbetrieben gefährden.
Warum kann ich nicht wenigstens die Höhe selbst bestimmen?
Lässt man die Menschen die Beitragshöhe selbst bestimmen, wird der überwiegende Teil weniger zahlen. Umfragen bestätigen dies. Damit wäre in Summe zu wenig vorhanden, um die Grundkosten zu decken. Und als Folge kann die Seelsorge nicht mehr in dem Ausmaß wie heute gesichert werden. Wollen wir das?
Warum werden trotz Kirchenbeitrag in den Pfarren auch noch Spenden gesammelt?
Mit dem Kirchenbeitrag lassen sich die wichtigen Grundkosten begleichen. Aber viele Aufgaben einer Pfarre – von der Jungschar über die Denkmalpflege bis zur Pfarrcaritas und zu Projekten der Mission und Entwicklungszusammenarbeit – können nur deshalb erfüllt werden, weil Menschen zusätzlich zu ihrem Kirchenbeitrag freiwillig spenden und ihre Arbeitskraft unentgeltlich in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Erst dieses Zusammenspiel von Pflichtbeitrag und freiwilligen Leistungen macht das vielfältige Wirken der katholischen Kirche in Österreich wirtschaftlich möglich.
Mahnklagen, Lohnpfändungen ... – wo bleibt da die Nächstenliebe?
Die Österreichische Bischofskonferenz hat schon im Frühjahr 1998 erklärt: "Vor gerichtlichen Schritten soll der persönliche Kontakt gesucht werden. Es darf niemand
geklagt oder gepfändet werden, der sich in einer sozialen oder wirtschaftlichen Notlage befindet." Anders ist die Sache, wenn jemand trotz vieler Bemühungen von Seiten der Kirchenbeitragsstelle die Zahlung des angemessenen Beitrags hartnäckig verweigert. Nächstenliebe muss nicht immer nur nachgeben bedeuten. Denn mangelnde Konsequenz in der Beitragseinhebung würde dazu führen, dass das bestehende Netz der Seelsorge bald große Risse bekäme. Vielen, die die Hilfe der Kirche notwendig brauchen, könnte nicht mehr geholfen werden. Pfändungen kommen aber äußerst selten vor und liegen im Promillebereich.
Muss ich bei einem Wiedereintritt Kirchenbeitrag nachzahlen?
Nein! Es ist ein Gerücht, man müsse bei einem Wiedereintritt in die Kirche den Kirchenbeitrag für die Jahre seit dem Austritt nachzahlen. Die Kirchenbeitragspflicht beginnt erst wieder mit der Rückkehr in die Kirche.

 

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