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Vorteil: Jeder Gläubige entscheidet selbst, wieviel und wofür er beiträgt.
Probleme: - Die Zustimmung der reichen Kirchenmitglieder ist wichtiger als jene der armen Kirchenmitglieder. - Hoher Zeitaufwand des Seelsorgers für Spendenaufbringung. - Probleme des Finanzausgleichs zwischen reichen und armen Pfarren. - Es stehen weit geringere Mittel als bei Pflichtbeiträgen zur Verfügung. - Langfristige Spendenaufbringung ist schwierig. (Z.B. Aktion Nachbar in Not: Spendenergebnis in 30 Monaten 49,5 Mio. Euro, davon 45,2 Mio. Euro im 1. Jahr) - Spenden werden vorrangig für soziale Projekte gegeben; schwieriger ist es, regelmäßig für die alltäglichen Kosten der Seelsorge (Personal, Büromaterial, Telefon, etc.) zu sammeln.
Aktuelle Beispiele:
o USA: „Spendentradition“
Die Spendenfinanzierung hat in den USA eine lange Tradition; auch Universitäten, Bibliotheken und andere gemeinnützige Einrichtungen werden durch Spenden finanziert. Trotz der Spendenfreudigkeit der Amerikaner mußte die Kathpress am 30.12.1992 über die Sorgen der katholischen Kirche mit den freiwilligen Beiträgen berichten: „Mehr als die Hälfte der katholischen Haushalte hatten weniger als 1 USA-Dollar pro Woche für die Kirche zur Verfügung gestellt. Frühere Studien hatten ergeben, daß Mormonen und Baptisten die spendenfreudigsten Kirchenmitglieder sind und bis zu 6 % ihres Einkommens abgeben“. 1989 sind in Detroit knapp die Hälfte der 82 katholischen Pfarren der Stadt aus finanziellen Gründen geschlossen worden.
Daß die freiwilligen Beiträge oft durch psychologische Tricks gesichert werden, zeigt bereits ein Bericht über das Konzil von Baltimore im Jahr 1884: Das Konzil hat zwar verboten, Nichtzahlungswilligen bei der Beichte die Lossprechung zu verweigern, jedoch den Ausschluß von Firmung, kirchlicher Trauung oder kirchlichem Begräbnis gestattet.
o Holland: holländische Pfarre
Ein Beispiel: Die Zeitung „Kirche intern“ berichtet in ihrer Nummer November 1993 über die Finanzsituation einer Pfarrgemeinde mit 3.000 Katholiken: 330 Katholiken zahlen jährlich zwischen 7 und 726 Euro an die Pfarre. Zusammen mit dem Geld von der Kollekte, den Messen und Begräbnissen kommt die Pfarre somit auf rund 73.000 Euro pro Jahr. Davon wird ein prozentuell abgestimmter Beitrag an das Dekanat und die Diözese abgegeben. Aus dem der Pfarre verbleibenden Betrag sind alle Ausgaben (einschließlich Priestergehälter) zu decken. In dem Bericht wird erläutert, daß es aber auch Pfarren gibt, die noch ärmer sind.
o Frankreich: geringe Spenden
Aufgrund der geringen Spendeneingänge ist die finanzielle Situation der französischen Kirche sehr schwierig. Nur Gebäude, die vor 1905 errichtet worden sind, werden vom Staat erhalten. Priester, die meist für viele Pfarren zuständig sind, erhalten nur minimalste Bezüge. Bezahlte Laienmitarbeiter kennt die französische Kirche nicht.
Selbstverständlich findet sich auch in der französischen Kirche in einzelnen Gruppen blühendes Leben, aber insgesamt ist die finanzielle Situation der französischen Kirche sicher nicht zu idealisieren. Die Herder Korrespondenz erläutert dazu: „In den letzten Jahren brachten religiös nicht praktizierende Franzosen und Französinnen ihre religiöse „Identität“ mit ihrer Lebenspraxis in übereinstimmung, indem sie sich nicht länger im Sinne einer internalisierten allgemeinen Norm als katholisch bezeichnen, sondern sich zunehmend bereitwilliger zu ihrem Status als „ohne Religion“ lebend bekennen. Also sozusagen Kirchenaustritte, obwohl keine formelle Abmeldung stattfindet.
(red)
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