75 Jahre Begegnung zwischen Kirche und Kunst
© StephanscomMit einer Jubiläumsfeier mit Gratulanten aus Kirche, Kunst und Kulturpolitik beging das Dommuseum sein 75-jähriges Bestehen. "Die Kirche braucht Kunst als Seismograph", so Annemarie Fenzl. Museumsdirektor Böhler deponierte einen "Geburtstagswunsch" nach neuen Räumlichkeiten für das Museum.

Geburtstagswunsch - größere Räume

Die Kirche soll mit der Kunst in einem beständigen Gespräch bleiben: Dazu hat die Leiterin des Wiener Diözesanarchivs, Annemarie Fenzl, als Festrednerin bei der 75-Jahr-Feier des Wiener Dom- und Diözesanmuseums aufgerufen. Das 1933 von Kardinal Theodor Innitzer gegründete Museum tue genau dies und gehe damit einen "nicht unschwierigen, aber zukunftweisenden Weg", so Annemarie Fenzl am Dienstag, 9. September 2008, bei der Feier im Wiener Erzbischöflichen Palais. Kunst spüre "wie ein Seismograph die Ratlosigkeit der Menschen von heute auf" und stelle, ähnlich wie die Religion, die ewigen Menschheitsfragen nach dem "Woher, Wohin und Wozu des Lebens". Und darum brauche die Kirche die Kunst, erinnerte Fenzl an ein Wort Kardinal Königs.

Geburtstagswunsch - größere Räume

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Wissenschaftsminister Johannes Hahn, Diözesanarchivarin Annemarie Fenzl, Generalvikar Franz Schuster, Kulturstadtrat Mailath-Pokorny und Museumsdirektor Berhard Böhler bei der Feier.

Der seit zwei Jahren tätige Museumsdirektor Bernhard Böhler betonte in seinen Begrüßungsworten den Anspruch seines Hauses, eine Begegnungsstätte der Kirche mit zeitgenössischer Kunst zu sein. "Geburtstagswunsch" des Museums seien neue, größere Räume, damit dann auch die reichen Bestände moderner Kunst der Sammlungen "Otto Mauer" und "Ferdinand Klostermann" entsprechend präsentiert werden können. Böhler verwies auf die bestehenden Planungen zur Etablierung des Museums in den großartigen barocken Kellerräumen des Erzbischöflichen Palais. Die Realisierung dieser Vision würde dem Museum eine historische Chance erschließen.

Keine reine Aufbewahrungsstätte

Im Gespräch mit Kathpress wies Böhler anschließend auf die Schwierigkeit hin, in einer sich alle paar Jahre wandelnden Kunstszene am Puls der Zeit zu bleiben. Die Kirche könne aber gar nicht anders, als sich immer neu und "immer kritisch", den zeitgenössischen Ausformungen der Kunst zu widmen. Dass das nicht immer einfach sei, hätten die Aufregungen rund um die diesjährige Ausstellung über "Das Religiöse im Werk von Alfred Hrdlicka" gezeigt. Aber als "reine Aufbewahrungsstätte" für vergangene Kunst wolle das Dommuseum nicht fungieren, sagte Böhler.

"Wien ist stolz auf das Dommuseum"

"Wien ist stolz, das Dommuseum in der Stadt zu haben", betonte Kulturstadtrat Mailath-Pokorny in seinen Gratulationsworten. Das Museum sei unverzichtbarer Teil des kulturellen Erbes der Bundeshauptstadt. Das Verhältnis der Kirche zur zeitgenössischen Kunst empfinde er als ambivalent, wie Mailath-Pokorny sagte. Der Wiener Kulturstadtrat deponierte den Wunsch an die Kirche, sich "mit offenem Sinn und Neugier" mit zeitgenössischen Strömungen zu befassen. "Kirche war immer dann am spannendsten, wenn sie sich auf das Unbekannte eingelassen hat", sagte auch Wissenschaftsminister Johannes Hahn. Derartige Begegnungen hätten zwar einen unsicheren Ausgang, seien aber herausfordernd und reizvoll.

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(red)



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