Ewige Baustelle "Ringstraßendom"? © Bauamt/gnilsen

Neben dem Stephansdom ist die Votivkirche eine weitere große Kirchenbaustelle in Wien. "Wir haben die Gesamtrenovierung in mehrere Bauabschnitte eingeteilt und rechnen mit einer Baudauer von 20 Jahren", erklärt Architekt Harald Gnilsen. 2008 wurde das Dach des nördlichen Querschiffes erneuert.

Die Votivkirche, eine der wichtigsten Bauten und zweitgrößte Kirche von Wien, bekannt auch unter "Ringstraßendom", ist schon sehr lange eingerüstet. Die richtige Sanierung hat 2001 begonnen, als sehr dramatische Schäden, die eine Substanzschädigung darstellten, festgestellt wurden.

Im aktuellen Bauabschnitt wird das nördliche Querschiff beginnend vom Dach saniert. "In den 60er Jahren wurde eine Dachdeckung gemacht, die jetzt am Ende ihrer Lebensdauer ist und jetzt durch die originalen Schieferschindeln ersetzt werden soll", berichtet Harald Gnilsen, Leiter des Bauamts der Erzdiözese Wien, im Gespräch mit Radio Stephansdom. "Das lässt eine längere Lebensdauer erwarten und wird von der Optik her eine bessere Oberfläche bilden."

Sanierung in Etappen

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Das nördliche Querschiff erhielt ein neues Dach aus Schieferschindeln.

Das Dach kann nur in Etappen saniert werden, weil die darunter liegenden Steinteile restauriert werden müssen. "Der Stein ist ein Leithakalk, ein sehr harter Stein auf der einen Seite, auf der anderen Seite sind immer wieder marode, verwitterte Steine dazwischen. Gute Steine liegen auf schlechten Steinen und drohen abzustürzen. So muss das Ganze abgebaut und neu errichtet werden", erklärt Architekt Harald Gnilsen. Ein großes Problem für den Stein bereiten die Autoabgase, denn der  Leithakalk vergipst durch den sauren Regen und Gips ist nicht wasserresistent. Aber es gibt Schäden, die schon über einhundert Jahre alt sind, zum Beispiel durch Hausbrand hervorgerufene.

Aufwändige Restaurierung

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Die Bearbeitung des Leithakalks dauert länger als die des weicheren Sandsteins des Stephansdoms.

"Wir haben die Gesamtrenovierung in mehrere Bauabschnitte eingeteilt und rechnen mit einer Baudauer von 20 Jahren", berichtet der Bauamtsleiter. "Die Arbeit nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch, denn es kann nur manuell gearbeitet werden. Der Leithakalk ist von der Steinmetzarbeit gesehen aufwändiger zu restaurieren als anderes Material." Nach der vollendeten Renovierung des nördlichen Querschiffes Ende 2008 wird in einem nächsten Bauabschnitt die Apsis saniert. "Wenn die gesamte Dachhaut dann wieder ihre Dichtheit hat, dann können wir auch nachdenken, eine Restaurierung im Inneren der Kirche durchzuführen", betont Gnilsen.

(sth/ml)

(red)

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