Dienstag 27. Juni 2017
Recht & Geschichte

 

 

Wie ist es historisch überhaupt zum Kirchenbeitrag bzw. zur beitragsgestützten Finanzierung der katholischen Kirche in Österreich gekommen? Wie kam es zum Konkordat? Und was sind die rechtlichen Grundlagen dieser Finanzierungsform?

 


 

» Historische Entwicklung

 

1785  

Kaiser Josef II. enteignet zahlreiche Klöster und gründet damit den so genannten Religionsfonds, durch den kirchliche Einrichtungen finanziert werden.

 

1939  

Das nationalsozialistische Regime beschlagnahmt den Religionsfonds und erlässt das Kirchenbeitragsgesetz. Die – nicht erfüllte! – Hoffnung dahinter: Die katholischen Gläubigen würden wegen der Zahlungspflicht scharenweise ihre Kirche verlassen.

 

1945  

Nach dem Krieg ist ein Zurück zu den alten Zuständen nicht mehr möglich und auf Grund gesellschaftlicher Entwicklungen auch nicht sinnvoll. Der österreichische Staat belässt daher das Kirchenbeitragsgesetz und übernimmt es in die Rechtsordnung. Die Kirchenbeitragspflicht ist somit gesetzlich geregelt.

 

1960   Im Konkordat vom 23. Juni wird eine jährliche staatliche Ersatzzahlung als Wiedergutmachung an die Kirchen beschlossen, da der Religionsfonds nicht mehr hergestellt werden kann. Ebenso wird die Einhebung der Kirchenbeiträge, über die die Kirche frei verfügen kann, erneut festgeschrieben.

 


 

 

» Rechtliche Grundlagen des Kirchenbeitrags

 

» Einheitlich und transparent

 

Die Kirchenbeitragsordnung (KBO) gilt für alle österreichischen Diözesen und gewährleistet, dass alle Katholikinnen und Katholiken nach den gleichen Regeln zur Beitragszahlung herangezogen werden. Als Beispiel findet man hier die Kirchenbeitragsordnung der Erzdiözese Wien zum Download.

 

Transparenz ist selbstverständlich: Jede Diözese legt jährlich in der Öffentlichkeit genau Rechenschaft über ihre Einnahmen und Ausgaben ab. Eine detaillierte Aufstellung ist in der jeweiligen Wirtschaftsdirektion bzw. Finanzkammer erhältlich.

 

» Kirchenrechtliche Grundlage

 

Die kirchenrechtliche Grundlage für die Einhebung des Kirchenbeitrags ergibt sich aus Can. 222 — § 1 des kirchlichen Gesetzbuches (CIC):

 

"Die Gläubigen sind verpflichtet, für die Erfordernisse der Kirche Beiträge zu leisten, damit ihr die Mittel zur Verfügung stehen, die für den Gottesdienst, die Werke des Apostolats und der Caritas sowie für einen angemessenen Unterhalt der in ihrem Dienst Stehenden notwendig sind."

 

 

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